Erfolgsfaktor Kontrollverlust

07.05.2007. at 09:36 7 Kommentare

In einem Beitrag von Werner Schuster auf medianet.at (edit vom 30.06.07: Da der medianet-Artikel nicht mehr erreichbar ist, hier ein nicht sehr schönes PDF des Beitrages, 80KB) werde ich zum Thema Web 2.0 aus PR-Sicht zitiert:

„freiwillige Kontroll-Zugeständnisse erhöhen den Handlungsspielraum und können ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein“

Ja, genau! Das ist meine zantrale Aussage, immer wieder zu diesem Thema: Internet-User lernen, dass sie das Internet immer aktiver nutzen können, eben auch für den Zweck der Kommunikation. Wenn sich Organisationen darauf einlassen (und immer häufiger auch: darauf einlassen müssen!), dialogorientierte Öffentlichkeitsarbeit – auch und vor allem im Internet – zu betreiben, dann können sie einfach nicht mehr kontrollieren, wo sie das am Ende hinführt. Das heißt: Online-Dialoge führen quasi automatisch zu Kontrollverlust. Diese Internet-User reden uns drein!

Doch das ist nur auf den ersten Blick unschön. Wie wir schon bei James Grunig gehört haben: „building relationships – managing interdependence – is the essence of public relations. (…) Ironically, however, organizations maximize their autonomy by giving up some of it to build relationships with publics“ (Grunig, Larissa A. / Grunig, James E. / Dozier, David M. 2002: Excellent Public Relations and Effective Organizations: A Study of Communication Management in Three Countries. Lea’s Communication Series. New Jersey: Lea.: S. 10).

Warum also sind freiwillige Kontroll-Zugeständnisse ein Erfolgsfaktor in der PR-Arbeit? Eben weil es nur dadurch gelingt, Beziehungen zu den relevanten Teilöffentlichkeiten aufzubauen, damit einher gehen Vertrauen, Reputation und all diese schönen Dinge. Wenn wir unseren Dialogpartnern einen Teil der Kontrolle über Kommunikationsprozesse überlassen und wenn wir das gut machen, dann stehen die Chancen gut, dass wertvolle Beziehungen entstehen. Und wenn wir über solche Beziehungen verfügen, dann ist das wiederum die beste Voraussetzung dafür, dass wir auch vermitteln können, warum wir so handeln wie wir das tun. Unser Handlungsspielraum wird also größer.

Etwas verkürzt dargestellt wurde dieses Thema meines Vortrages auch in dieser Pressetext Austria-Aussendung.

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Entry filed under: Online-PR, PR-Trends, Pressearbeit, Social Media, Social Web, Veranstaltungen, Web 2.0.

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7 Kommentare Add your own

  • […] wie wichtig der Kontrollverlust für den Marketingerfolg im Web 2.0 ist. Der Volltext ist im PR-Trends Weblog erschienen, in dem Christian Burger regelmäßig über die […]

  • 2. koni kouloukakos  |  10.05.2007. um 23:01

    hallo chris,
    wie schätzt du die situation in österreich ein? sind die marketing-menschen bzw. die betreffenden manager hierzulande schon so reif, dass sie die kontrolle aus der hand geben wollen? (was ja eigentlich eh nur scheinbar passiert, denn durch dialog wird die kommunikation ja fortgesetzt und ist dadurch in gewisser weise weiterhin kontrollierbar)…

  • 3. christianburger  |  12.05.2007. um 10:29

    hi koni,
    ich glaube, momentan denken viele darüber nach. u.a. glaube ich das, weil social media experten wie ed wohlfahrt angebote und konzepte am laufenden band schreiben.
    ob und wie das dann in die tat umgesetzt wird, das ist noch schwer abzuschätzen!

  • 4. E-Commerce 2.0 « PR-Trends  |  24.05.2007. um 08:15

    […] weh. Jetzt also auch noch E-Commerce 2.0? Richtig ist, dass es bei Web 2.0 um Menschen und Beziehungen geht. Richtig ist auch, dass gute Beziehungen einem Unternehmen beim Verkaufen von irgendwas […]

  • […] Christian Burger (PR-Trends) schreibt darüber in seinem Blog unter dem bezeichnenden Titel “Erfolgsfaktor Kontrollverlust“. Steve Rubel (Micro Persuasion) argumentiert ausführlich, warum Schreiben als Kompetenz […]

  • […] Rede, so auch in einem Beitrag von Christian Burger, auf den Schwenk verweist und der mit “Erfolgsfaktor Kontrollverlust” überschrieben ist. Auch ich habe in meinem Beitrag “Theater 2.0?” davon […]

  • […] langer Zeit beschäftige ich mich mit dialogorientierten Websites und der Frage, was diese für Public Relations bedeuten (können). Als ich mit meiner Dissertation […]

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