Social Media Policy – ein Widerspruch

08.03.2010. at 22:37 4 Kommentare

Eine Policy ist ein Regelwerk, eine Richtlinie, eine Dienstanweisung. Eine Social Media Policy im Unternehmenskontext ist folglich eine Vorgabe, wie sich MitarbeiterInnen in Social Media (oder allgemein im Internet) zu verhalten haben.

Ein Widerspruch in sich: Denn Policies werden erlassen, sind eine befehlsartige Anweisung von der Unternehmensleitung an die MitarbeiterInnen. Social Media selbst liegt aber ein ganz anderes Prinzip zugrunde: Der Dialog – ein zweiseitiger Kommunikationsprozess.

Im Anschluss an den heutigen PRVA Social Media Round Table zum Thema Social Media Policies meine ich daher, dass Social Media Policies, wenn man sich da ein einseitig entwickeltes und erlassenes Regelwerk auf Papier vorstellt, am Ziel vorbeigehen. Denn das Ziel, mit MitarbeiterInnen darüber Klarheit zu erlangen, wie jede(r) einzelne mit Social Media umgehen kann und soll, kann auch nur gemeinsam erreicht werden.

Ich glaube – und das ist im heutigen Round Table auch angesprochen worden – es ist der bessere Weg, mit MitarbeiterInnen gemeinsam zu lernen, wie man Social Media sowohl im Sinne der einzelnen als auch im Sinne des Unternehmens einsetzt: in informellen Gesprächen, Welcome Veranstaltungen für neue Mitarbeiter, Trainings, etc. Und ganz besonders wichtig ist auch die Beispiel-Wirkung: Wenn es bereits Social Media-aktive MitarbeiterInnen im Unternehmen gibt, werden diese das Vorbild für alle anderen sein.

Danke @pirchner und @onitz für den Austausch heute! btw: Als Abkürzung für den Social Media Round Table würde ich nicht smart ohne „a“ verwenden: In vielen slawischen Sprachen wird das anders verstanden und #prvasmrt bekommt dann eine ganz komische Bedeutung.

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Entry filed under: Online-PR, PR-Trends, prva, Social Media, Social Web, Web 2.0.

Aus PR-Sicht: Der ÖAMTC YouTube Channel Dialogorientierte Online-PR: ein Kommunikationsmodell

4 Kommentare Add your own

  • 1. Markus Pirchner  |  09.03.2010. um 12:19

    hashtags sind immer kompromisse zwischen eindeutigkeit und kürze. slawisch sprechende (zu denen ich nicht zähle) werden vermutlich erkennen, dass es sich um eine abkürzung handelt und nicht annehmen, das wir über das „vorderste Hinscheiden“ (oder südliche; prva kann ja auch süd- bedeuten, hat man mir mal erklärt) diskutieren 😉
    #prvasmart ginge natürlich auch, aber dann halten uns alle für angeber. oder autofahrer. 😉

  • 2. Martin Schobert  |  09.03.2010. um 16:01

    Also – leider bin/war ich diesmal nicht dabei – hoffe @onitz oder @pirchner erinnern mich beim nächsten Mal, weil ich zwar schon #FB-Gruppen-Mitglied sein darf aber irgendwie den prva-buzz dennoch übersehe …

    Meine Erfahrung mit Social Media Policies aus Zeiten der Österreich Werbung:

    Bei der ÖW gibt/gab es die ÖW Nettiquette. Eine kurze 15 Punkte umfassende Handlungs-Empfehlung für MitarbeiterInnen die do’s & dont’s beschreibt.

    Sie ist extrem wichtig um MitarbeiterInnen Orientierung und Sicherheit zu geben. Gerade in großen Organisations-Einheiten ist es wichtig zu wissen, was darf ich, was soll ich, wo lass ich lieber die Finger weg. Will man also in größeren Einheiten (also – ab Mittelbetrieb mit mehr als 15 MitarbeiterInnen) Mitarbeiter motivieren sich im Social Web zu engagieren BRAUCHT es eine Social Media Guideline. Sonst tun sie es nicht. Weil sie (be-)fürchten einen falschen Schritt zu tun/setzen/schreiben.

    Auch für das Unternehmen ist/war es wichtig, da schon einmal ein Mitarbeiter in seinem privaten Weblog Internes veröffentlicht hatte und dadurch eine Trennung nötig wurde bzw. es MitarbeiterInnen gibt die tatsächlich auf Facebook schreiben „daß ihnen jetzt am Freitag vormittag grad fad wäre und zum Glück bald das Wochenende beginne“ oder daß „der Job sie immer schon langweilt…“ Und sie bedenken nicht, dass sie ihren Chef als Freund eingeladen hatten …

    Unfassbar – aber Realität!

    Fazit: Social Media Policies sind in Unternehmen unverzichtbar!

  • 3. Bianca Gade  |  18.05.2010. um 10:37

    Da kann ich meinem Vorredner nur Recht geben. Eine Richtlinie ist meiner Meinung nach auch nicht gleichzusetzen mit einer Dienstanweisung. Für mich sind das zwei verschiedene Paar Schuhe. Alles andere hat Martin Schobert schon gut ausformuliert 🙂

    Übrigens gibt es im Netz jede Menge toller Beispiele, wie solche Guidelines aussehen könnten. Erst kürzlich hat der BVDW, also der Bundesverband der digitalen Wirtschaft, eine offizielle Empfehlung in Form eines PDFs verfasst. Diese kann hier heruntergeladen werden: http://www.bvdw.org/medien/bvdw-veroeffentlicht-social-media-leitfaden-fuer-unternehmen-und-mitarbeiter?media=1770

    Tolles Blog übrigens. Werde ich mir mal abonnieren 🙂

    Viele Grüße
    Bianca Gade

  • 4. Adwokat Kielce  |  12.09.2014. um 11:53

    Adwokat Kielce

    Social Media Policy – ein Widerspruch | blog.sirac.us

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