Posts filed under ‘Partizipativer Journalismus’

PRofi-Treff – Dialogorientierte Online-PR: Von der Theorie zur praktischen Anwendung im Community Management

PRofi-Treff des PRVA am 07.11.2013

* Dialog als Mittel zur Beziehungsentwicklung
* DOI, der Dialogorientierungsindex. Ein Instrument zur Typisierung von Instrumenten der Online-PR
* Modell der dialogorientierten Online-PR
* Dialog in der Praxis: Das Community Management von derStandard.at

Meine Dissertation steht für Interessierte hier zur Verfügung.

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07.11.2013. at 21:32 Hinterlasse einen Kommentar

Focus on People, not Postings

Sommer ist und eine kleine, aber wichtige Debatte zu Onlineforen, Postings und Hass im Internet ist ausgebrochen. Auslöser war ein Kommentar der anderen im STANDARD: Jenseits des Anstandsgürtels. Ich habe versucht, die Herausforderung Community darzustellen (Disclaimer: Ich arbeite für das Community Management bei derStandard.at).

Was folgte, waren ein paar Konversationen auf Twitter, die sich unglücklicherweise um das falsche Thema gedreht haben – eine weitere Runde der fruchtlosen Diskussion um Anonymität versus Echtnamen.

Auf Twitter lassen sich komplexere Zusammenhänge schwer in 140 Zeichen packen und so war Armin Wolf mit meiner Antwort nicht recht zufrieden:

Ich hole hier etwas weiter aus:

(1) Es beginnt damit, dass eine Echtnamenpflicht wohl kaum mit sinnvollem Aufwand umsetzbar ist. Die immer wieder in solchen Diskussionen genannten Social Media Plattformen Facebook und Twitter können selbstverständlich ebenfalls anonym (im Sinne von: nicht mit dem bürgerlichen Namen) benützt werden. Ingrid Brodnig berichtet in einem  Kommentar im Falter 30/13, dass ein Echtnamen-Experiment auf Landesebene per Gesetz in Südkorea Schiffbruch erlitten hat.

(2) Viel entscheidender ist jedoch, dass das Ziel zivilisierterer Beiträge nicht bzw. nur in geringem Ausmaß mit einer solch radikalen Maßnahme erreicht werden kann. Das legt zum Beispiel eine Studie von Noam Lapidot-Lefler und Azy Barak nahe: Effects of anonymity, invisibility, and lack of eye-contact on toxic online disinhibition. Es gibt eine Vielzahl anderer Faktoren, die den Online Disinhibition Effect auslösen.

(3) Und drittens gibt es viele individuelle, nachvollziehbare Gründe, warum jemand unter einem Pseudonym postet: Weil sein (auch zukünftiger) Arbeitgeber mitlesen könnte, weil man private und öffentliche Sphäre auseinander halten will, weil man den Vorteil schätzt, nur an seinen Worten und nicht an der Person gemessen zu werden.

Was ist also zu tun, um Hasspostings und andere diskussionshemmende Äußerungen in Onlineforen zu verhindern oder wenigstens zu minimieren?

Ingrid Brodnig mahnt zu Recht die Verantwortung der Medienbetreiber ein: „Nicht die Anonymität ist das Problem, sondern dass Onlinemedien zu wenig Verantwortung übernehmen“.

Ich glaube, was uns Community Managern beim Herstellen eines besseren Forenklimas am meisten hilft: den Fokus nicht so sehr auf die Postings selbst richten, sondern viel mehr auf die Personen dahinter. Zugegeben, es handelt sich um virtuelle Repräsentationen von Menschen, aber diese machen nun mal – ob unter Echtnamen oder Pseudonym – unsere Community aus.

Wir müssen einerseits dafür sorgen, dass die Online-Präsenz jedes Mitglieds der Community aussagekräftig ist, Kontext bietet. Weil in der Onlinekommunikation so viele Möglichkeiten, die wir auf anderen Kommunikationskanälen haben, nicht zur Verfügung stehen (Mimik, Gestik, Intonation, etc.), ist es erforderlich, alternative Wege zu finden, um darzustellen, wie der jeweilige Mensch tickt. Ein wesentlicher Ansatzpunkt sind hier die bisherigen Postings und die Themenbereiche, für die sich jemand engagiert. Auch die Beziehungen, die mit anderen Usern bestehen (wer redet mit wem), liefern wertvolle Zusatzinformation zu den Personen. Darüber hinaus sorgen auch Angaben, die die Person freiwillig über sich macht, für ein genaueres Bild: Alter, Wohnort, weitere Online-Präsenzen wie Blogs, Facebook- oder Twitterprofile.

Der Blickwinkel von Community-Verantwortlichen sollte ebenfalls in erster Linie auf die Personen gerichtet sein. Auch wenn es weiterhin wichtig sein wird, Postings zu löschen, die Mindeststandards nicht entsprechen, muss es Maßnahmen geben, die erst gar nicht so viele solcher Beiträge entstehen lassen. Der einfachste, vielleicht auch wichtigste Weg dorthin ist, dass wir – Betreiber einer Community – selbst an der Diskussion teilnehmen. Das ermöglicht uns erst, die Mitglieder unserer Community hinter den Postings zu erahnen. Wir müssen auch Wege abseits der Foren für Interaktion und Dialog finden und nützen: Ich selbst lerne in Telefongesprächen, E-Mail-Konversationen und Real-Life-Treffen am meisten über die derStandard.at-Poster, ihre Persönlichkeit, über ihre Bedürfnisse, ihre Beweggründe und ihr Verhalten in der Community.

Pauschale Sichtweisen helfen uns nicht weiter, ganz im Gegenteil. Technische Weiterentwicklungen sind notwendig, um die virtuellen Repräsentationen von Menschen in Online-Communitys deutlich anzureichern. Letztlich ist es aber tägliche Aufgabe von Journalisten und Community Managern, die Mitglieder aus der Gemeinschaft kennen und verstehen zu lernen und Beziehungen zu ihnen aufzubauen.

Update – Beiträge zur Debatte (bis 8.8.2013), sicher nicht vollständig:

26.07.2013. at 07:54 3 Kommentare

Social TV

01.03.2012. at 09:32 Hinterlasse einen Kommentar

ÖAMTC: ein Blog erbloggt die Welt!

Wow! Da staune ich nicht schlecht!!!

Der ÖAMTC (mit dem mich viele gemeinsame Web-Jahre verbinden) betreibt ein Blog! Genauer gesagt handelt es sich um ein Redaktions-Blog der Internetredaktion zum Thema Elektro-Scooter.

Das Blog ist so frisch (gestern gab’s den ersten Beitrag), dass man inhaltlich noch nicht viel sagen kann – außer dass das Thema genau zur richtigen Zeit kommt und sympathisch ist: Umweltfreundliche Mobilität, die zu Zeiten von Spritpreis-Rekorden auch noch erschwinglich ist.

Gut finde ich, dass jeder hier Kommentare posten kann – dafür sind Blogs ja gemacht. Und dass es ein Redaktions-Blog ist, macht die Sache noch sympathischer. Was fehlt ist ein bisschen Info über die Redaktion selbst (Foto!!!), aber das kann ja noch kommen. (Ich kenne die meisten meiner Ex-KollegInnen ja noch, aber die anderen Blog-LeserInnen wahrscheinlich nicht!)

Und jetzt bin ich gespannt, wie sich dieses neue Blog entwickelt – ich hoffe, dass aus dem kleinen Anfang eine großartige Sache wird!

03.07.2008. at 11:13 3 Kommentare

Umfrage „User Generated Content“

aus einer E-Mail Anfrage:

„mein Name ist Susanne Junk und ich schreibe zur Zeit an der Universität Hamburg, Arbeitsbereich Medienmanagement (Prof. Dr. Insa Sjurts) meine Diplomarbeit mit dem Thema „Nutzeranreize für die Produktion von User Generated Content“. Zu diesem Thema führe ich eine Online Befragung durch und Ich wollte Sie fragen, ob es möglich ist einen Link auf Ihrer Homepage zu schalten. Die Umfrage dauert max. 10 Minuten und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich unterstützen würden.

http://ww3.unipark.de/uc/hh_fak2_sjunk/462c

22.02.2008. at 22:37 4 Kommentare

Web first – Erfolg für die Welt Online?

Web 2.0 zahlt sich aus – für die Welt Online (Details siehe mein früherer Beitrag „Die Web 2.0 Welt Online„), das meint Thomas Mrazek.

Tatsächlich zeigen sich laut IVW schöne Zuwächse im Jahresvergleich: Im Februar 2007 gab es täglich* 247.660 Visits (Besuche) und 1.463.997 Page Impressions (Seitenaufrufe). Das bedeutet im Jahresvergleich ein Plus von 14% (Visits) und 50% (Page Impressions), im Vormonatsvergleich jedoch ein Minus von knapp über 7% bei beiden Kennzahlen.

Welt Online / IVW 200702

Um die Wirkung der neuen Features auf die IVW-Kennzahlen zu sehen, werde ich die Entwicklung in den nächsten Monaten beobachten. Denn erst dann wird man sehen, ob der Relaunch zu mehr Visits oder zu mehr Seitenabrufen oder zu beidem führt.

Zum, Abschluss noch zwei nette Zitate von Christoph Keese, Chefredakteur von Welt Online (aus dem Beitrag von Thomas Mrazek):

„Im Internet versucht man nicht mehr, Leser auf seiner Seite zu fesseln, sondern man motiviert sie, so oft wie möglich zurückzukommen.“

und in Bezug auf die gemeinsame Print- und Online-Redaktion der Welt:
„Dass jeder alles macht, sei weder erwünscht noch wünschenswert“ – viel mehr sei es der Vorteil eines gemeinsamen Newsrooms beider Welten (Print und Online), dass jeder dort seinen Schwerpunkt legen könne, wo seine Stärken seien.

* der Tageschnitt ist die beste Vergleichsgröße für Monate mit unterschiedlicher Tagesanzahl.

05.04.2007. at 10:14 Hinterlasse einen Kommentar

Neues Kommunikationsmodell

Eine kurze, subjektive Zusammenfassung der Tagung „Journalismus online: Partizipation oder Profession“ (22.-24.2. in München, Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft):

  1. Neues Kommunikationsmodell für Journalismus – Dialog mit Usern ist möglich; Hybridformate in der Vermittlung (redaktionelle Contents + User-generated contents) entstehen und werden erfolgreich sein.
  2. Googleisierung: Google ist DAS Recherchewerkzeug für Journalisten, das geht v.a. zu Lasten von Vor-Ort-Recherche
  3. Bürgerjournalisten: haben meist keine eigenen Blogs oder Websites, Themen aus dem privaten Bereich (keine typischen Nachrichten-Themen aus Politik, Wirtschaft, etc.), Auswahl nach persönlicher Betroffenheit – Ergänzung zu traditionellem Journalismus
  4. Professionell-partizipative Nachrichtensites sind ein neues, nachhaltiges Phänomen. Motivation: User-Bindung
  5. Trend Redaktionsblogs: Blatt- oder Textkritik intern/extern (von Online- und/oder Print-Angeboten), Einführung meist durch Online-Redaktionen, Print immer sehr zurückhaltend/ablehnend
  6. Panel-Diskussion mit Chefredakteuren von BR-Online, jetzt.de und focus.de, Podcasterin von „Schlaflos in München“:
    • der Umgang mit User-Feedback ist oft noch ungewohnt (siehe „Irritation Dialog„)
    • Podcasts: sind vor allem mit hohem Wort-Anteil erfolgreich, werden nur zum Teil (weniger als 50%) auch mobil (iPod) genutzt.
  7. Mobile Contents: Video-Inhalte beliebt, kurze Clips on demand, Interaktivität.

28.02.2007. at 16:02 Hinterlasse einen Kommentar

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